Betriebliche Krankenversicherung · bKV für Arbeitgeber

Betriebliche Krankenversicherung: der Benefit, den Mitarbeiter sofort merken

Eine betriebliche Krankenversicherung verschafft der Belegschaft Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht zahlt – Zahnersatz, Sehhilfe, Chefarzt, schnellere Facharzttermine. Für den Arbeitgeber ist sie planbar im Preis. Entscheidend ist die steuerliche Gestaltung.

Wie eine betriebliche Krankenversicherung funktioniert

Der Arbeitgeber schließt bei einem Versicherer einen Gruppenvertrag ab und versichert darüber seine Beschäftigten. Die Leistungen stammen aus der privaten Krankenversicherung, kommen aber ohne die dort übliche Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten aus, weil das Kollektiv das Risiko trägt.

Der Arbeitnehmer zahlt nichts und muss nichts beantragen. Er merkt die bKV beim ersten Zahnarzttermin, und das ist der Unterschied zu Zusagen, deren Wirkung erst in Jahrzehnten eintritt. Wer beides anbietet, deckt beide Zeithorizonte ab – die betriebliche Altersvorsorge die späte Wirkung, die Krankenversicherung die sofortige.

Typische Bausteine sind ein Budgettarif, aus dem der Mitarbeiter jährlich einen festen Betrag für beliebige Gesundheitsleistungen abrufen kann, oder Bausteintarife für einzelne Bereiche: Zahn, ambulant, stationär, Vorsorge. Der Budgettarif ist einfacher zu erklären, der Bausteintarif gezielter.

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Betriebliche Krankenversicherung im Unternehmen

Die steuerliche Behandlung entscheidet über den Nutzen

Der Beitrag des Arbeitgebers ist Arbeitslohn. Die Frage ist nur, welcher – und davon hängt ab, ob am Ende etwas beim Mitarbeiter ankommt oder ob die Abzüge den Vorteil auffressen.

Weg 1

Sachbezug innerhalb der Freigrenze

Schuldet der Arbeitgeber seinen Beschäftigten den Versicherungsschutz selbst, liegt ein Sachbezug vor. Sachbezüge bleiben außer Ansatz, solange die Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Das ist eine Freigrenze, keine Freibetragsregel: Ein Euro darüber, und der volle Betrag ist steuerlich und beitragsrechtlich zu erfassen.

Grenze
50 € / Monat
Art
Freigrenze
Achtung
alle Sachbezüge zusammen
§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
Weg 2

Pauschalversteuerung

Reicht die Freigrenze nicht, kann der Arbeitgeber beim Betriebsstättenfinanzamt beantragen, die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz zu erheben. Der Weg ist ausgeschlossen, soweit die sonstigen Bezüge an einen Arbeitnehmer 1.000 Euro im Kalenderjahr übersteigen.

Obergrenze
1.000 € / Jahr
Voraussetzung
Antrag beim Finanzamt
§ 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Satz 3 EStG
Der Fehler

Barlohn statt Sachbezug

Zahlt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter Geld aus, damit dieser selbst eine Zusatzversicherung abschließt, ist das Barlohn. Dann greift die Freigrenze nicht, und der Betrag wird voll steuer- und beitragspflichtig. Der Unterschied liegt allein darin, was der Arbeitgeber arbeitsrechtlich schuldet: den Schutz oder das Geld.

Folge
voll steuerpflichtig
Ursache
Formulierung der Zusage
Abgrenzung nach § 8 Abs. 1 und 2 EStG

Welcher Weg im Einzelfall trägt, hängt vom Wortlaut der Zusage, von den übrigen Sachbezügen im Betrieb und vom gewählten Tarif ab. Diese steuerliche Prüfung gehört vor die Einführung, nicht in die erste Lohnsteuerprüfung danach. Sie ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall durch einen Steuerberater.

Einführung einer betrieblichen Krankenversicherung

Was bei der Einführung zu klären ist

Eine betriebliche Krankenversicherung ist schnell abgeschlossen und langsam wieder loszuwerden. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob sie zehn Jahre später noch passt.

  • Wer wird versichert? Alle Beschäftigten, oder eine sachlich abgegrenzte Gruppe? Willkürliche Auswahl führt zu Gleichbehandlungsansprüchen.
  • Was passiert beim Ausscheiden? Manche Tarife erlauben die private Fortführung ohne Gesundheitsprüfung, andere enden mit dem Arbeitsverhältnis.
  • Wie hoch ist der Beitrag je Mitarbeiter, und was löst er im Zusammenspiel mit anderen Sachbezügen aus?
  • Wie wird der Beitrag in der Lohnabrechnung geführt? Die Lohnbuchhaltung braucht eine schriftliche Anweisung, nicht eine mündliche Auskunft.
  • Wer erklärt der Belegschaft, was sie hat? Ein Tarif, den niemand kennt, wirkt weder auf die Bindung noch auf die Gesundheit.
  • Steht die Zusage in einer schriftlichen Regelung, oder gilt betriebliche Übung?
Was wir übernehmen

Ausschreibung bei mehreren Versicherern, Vergleich der Tarife entlang der tatsächlichen Altersstruktur des Betriebs, steuerliche Einordnung gemeinsam mit Ihrem Steuerberater, die schriftliche Zusage und die Kommunikation an die Belegschaft.

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Was die bKV dem Arbeitgeber bringt

Der Nutzen liegt weniger im Steuervorteil als in der Wirkung auf die Belegschaft. Die Beiträge sind Betriebsausgaben und damit kalkulierbar.

Sichtbarer Vorteil

Anders als eine Altersversorgung wirkt die Krankenversicherung sofort. Der erste erstattete Zahnersatz ist die wirksamste Werbung für den Arbeitgeber.

Zugang ohne Hürde

Im Gruppenvertrag entfällt die Gesundheitsprüfung. Damit erreicht der Schutz auch die Mitarbeiter, die privat keinen bezahlbaren Tarif bekämen.

Planbare Kosten

Der Beitrag steht je Kopf fest und ist Betriebsausgabe. Es entstehen keine Rückstellungen und keine Einstandspflicht wie bei einer Versorgungszusage.

Häufige Fragen zur betrieblichen Krankenversicherung

Wie funktioniert eine betriebliche Krankenversicherung?

Der Arbeitgeber schließt einen Gruppenvertrag mit einem privaten Krankenversicherer und meldet seine Beschäftigten an. Die Beiträge trägt er, die Leistung ruft der Mitarbeiter direkt beim Versicherer ab. Eine Gesundheitsprüfung findet im Gruppenvertrag in der Regel nicht statt.

Was bringt eine betriebliche Krankenversicherung dem Mitarbeiter?

Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise übernimmt: Zahnersatz und Zahnreinigung, Sehhilfen, Heilpraktiker, Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Vorsorgeuntersuchungen über den Katalog hinaus.

Welche Nachteile hat die bKV für Arbeitnehmer?

Der Beitrag ist Arbeitslohn. Übersteigt er die Freigrenze und wird nicht pauschal versteuert, mindert er das Netto. Außerdem endet der Schutz beim Ausscheiden, sofern der Tarif keine Fortführung vorsieht – wer sich daran gewöhnt hat, steht dann ohne da.

Wie wird die betriebliche Krankenversicherung in der Lohnabrechnung behandelt?

Als Sachbezug innerhalb der 50-Euro-Freigrenze bleibt sie außer Ansatz, muss aber mit allen anderen Sachbezügen des Monats zusammengerechnet werden. Wird pauschal versteuert, trägt der Arbeitgeber die Lohnsteuer. Die Behandlung gehört schriftlich in die Lohnbuchhaltung.

Ist eine bKV für kleine Betriebe möglich?

Ja. Die Versicherer setzen unterschiedliche Mindestgrößen an, oft ab einer einstelligen Zahl von Beschäftigten. Welcher Anbieter ab wann zeichnet, klären wir in der Ausschreibung.

Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung den Arbeitgeber?

Der Beitrag richtet sich nach Tarif, Leistungsumfang und Altersstruktur der Belegschaft. Wir nennen eine Zahl erst, wenn diese drei Angaben vorliegen, und legen die Angebote der Versicherer offen.

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